IT Energiekosten– Wer rechnet spart
Zwischen 2000 und 2006 haben sich die Stromkosten auf Grund gestiegener Energiepreise mehr als verdreifacht.
Das Potential von Green IT darf nicht unterschätzt werden. Vor allem nicht in den momentanen Zeiten. Jedes Unternehmen weiß: Geld das nicht ausgegeben wird muss nicht eingenommen werden. Heutzutage ist kostenbewusstes Handeln wichtiger denn je. Welches Potential in Bezug dazu in Green IT steckt verdeutlichen die folgenden Informationen:
Server
Server lassen sich im Gegensatz zu den PC’s wesentlich effektiver ausnutzen. Zudem lassen sich Server an zentraler Steller besser managen und in Energierückgewinnungsmaßnahmen einbinden. Mit moderner Virtualisierungstechnologie können Server in der Nacht oder am Wochenende abgeschaltet werden. Bei Bedarf können sie jederzeit in kürzester Zeit hochgefahren werden. So wird nur die Energie benötigt welche gerade für den Betrieb erforderlich ist.
Clients
PC’s verbrauchen ein vielfaches an Energie im Gegensatz zu Thin Client’s. Zwar werden bei Einsatz von Thin Clients mehr Server (Terminalserver) benötigt, jedoch hat das Vorteile wie zuvor genannt.
Die folgende Tabelle verdeutlicht die Unterschiede im Energieverbrauch zwischen einem PC und einem Thin Client.
| Energieverbrauch | Maximum | Idle | Sleep |
| PC* | 300 Watt | 80 Watt | 4 Watt |
| Thin Client* | 48 Watt | 13 Watt | 2 Watt |
*PC / Thin Client System unterer Leistungsklasse
Ein Thin Client verbraucht bei einer mittleren Belastung also ca. 126 Watt weniger Strom. Bei 100 PC’s und 8 Stunden Arbeitszeit verbrauchen Thin Client’s also ca. 1 Kilowatt weniger Strom als PC’s. Über das Jahr gerechnet bei 220 Arbeitstagen ergäbe sich eine Energieeinsparung von satten 220 Kilowatt Stunden Strom.
Das Netz als heimlicher Stromfresser
Schnelle Netze benötigen mehr Energie. Mit steigenden Geschwindigkeiten erhöhen sich im Kupferkabel die Fehler durch Störungen. Diese lassen sich nur mittels moderner digitaler Signalverarbeitung (DSP) unterdrücken. Dazu ist mehr Rechenleistung erforderlich, was sich direkt in einem höheren Stromverbrauch niederschlägt.
Sparsame Glasfaser
Eine Glasfaserverbindung hat unter dem Gesichtspunkt zwei Vorteile. Bei ihr treten in engen Kabelschächten keine Übertragungsfehler durch Übersprechen auf und sie benötigt im Schnitt 7 Watt weniger als ein klassischer Kupferkabelanschluss. Doch auch beim Kupferkabel ist noch einiges machbar. Das Normierungsgremium IEEE arbeitet unter der Bezeichnung 802.3az an der Erweiterung des Ethernet-Standards, das Energie Efficient Ethernet.
Energie Efficient Ethernet
Dahinter steht die Idee, dass ein LAN Port nur noch dann Strom verbraucht wenn auch wirklich Daten übertragen werden. Befindet sich der LAN Port im Leerlauf sollte er dann einen Energiebedarf von nahezu null Watt aufweisen. ADSL2/2+ verfügt bereits über solche Stromsparfunktionen, die im DSL Modem und im DSLAM den Energieverbrauch senkt, wenn keine Daten übertragen werden. Damit hält im LAN der Gedanke Einzug welcher im Carrier Umfeld bereits verwirklicht ist.
Mit dem richtigen Server und Netzwerkdesign können Kosten zu reduziert werden
Das richtige Netzwerkdesign erhöht die Leistungsfähigkeit spart dabei Energie und damit Kosten. Mit einem entsprechenden Netzwerkdesign im Rechenzentrum können Server performant angeschlossen werden. Dabei liegt der Fokus darauf, dass man weniger aber dafür leistungsfähige Serveradapter einsetzen kann. Eine verringerte Anzahl an Netzwerkadaptern und damit auch weniger Netzwerkswitche und Netzwerkports im Rechenzentrum verbrauchen weniger Strom.
Im Edge (Client) Bereich setzt man kein Gigabit sondern nur 100 MBit Ethernet ein. Dies lässt sich problemlos ohne Einbusen der Qualität realisieren wenn man auf PC’s verzichtet und statt dessen auf Server Based Computing mit Thin Clients umstellt.
Power over Ethernet
Netzwerkswitche mit Power over Ethernet sollten besonders betrachtet werden. Falsche bzw. ungeeignete Einstellungen führen schnell dazu, dass unnötig Energie verbraucht wird. Netzwerkkomponenten der namhaften Hersteller halten Einstellmöglichkeiten bereit die zur Energieeinsparung beitragen.
Standby PC’s und LAN Ports
Heutige PC’s können nicht mehr abgeschalten werden sie gehen lediglich in den Standby Modus. In diesem Modus wird jedoch der LAN Adapter des PC mit Strom versorgt. Das wiederum bedeutet, dass auch der entsprechende LAN Port am Netzwerkswitch aktiv ist und somit Energie verbraucht wird. Bei 100 PC’s die sich in der Nacht oder am Wochenende im Standby Modus befinden werden somit pro Stunde 0,7 Kilowatt Strom verbraucht. Pro Wochenende (Fr. 18:00 – Mo. 06:00 Uhr) werden somit allein durch die LAN Ports der Netzwerkswitche ca. 43,4 Kilowatt Stunden Strom verbraucht.
Es lohnt sich also auch in diesem Bereich Gedanken zu entwickeln wie Energie eingespart werden kann. Jeder Teilbereich für sich einzeln betrachtet erscheint vielleicht wenig lukrativ. Zusammen genommen jedoch addieren sich die Einsparungen zu einer stattlichen Summe.
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